Mittlerweile
habe ich mich denke ich ganz gut eingelebt. Die Kommunikation mit
meiner Lehrerin und anderen Kollegen passt immer besser und ich habe
ein immer besseres Verständnis dafür, was meine Aufgabe in den
Schulen ist und wie ich mich einbringen kann. Es braucht halt
wirklich immer so seine 2 Monate Zeit bis man sich richtig eingelebt
hat. Im Moment sind die Temperaturen so um die 5°C und es regnet
fast täglich und es ist sehr windig. Aber das ist kein großes
Problem. Ich habe warme Regenkleidung und kenne jetzt die schnellsten
Wege zu allen wichtigen Orten. Da ich insgesamt noch nicht
ausgelastet bin, habe ich auch bei Gonzaga gefragt, ob ich nicht beim
Tischtennistraining mithelfen kann und ich habe mich für einen
Fitnesskurs namens Bootcamp angemeldet. Dieses Bootcamp ist total
cool! Wir haben einen Trainer der uns die Übungen zeigt und sich
dabei wie ein Armee Ausbilder verhält und sehr fit aussieht. Wir
sind 50 Leute in einer kleinen Turnhalle und machen ganz schön harte
Übungen für Bauch, Beine und Arme. Ich war lange nicht mehr so
kaputt wie nach diesem Training!! Es ist sehr gut!
Beim
Tischtennistraining habe ich ja erwartet, dass die Schüler ganz gut
sind, weil die Schüler dieser Schule gefühlt alles gewinnen. UK
Schachmeisterschaft, Frisbee- und Rugby Meisterschaften und die
Tennisspieler sind wohl auch ganz gut. Aber naja man merkt schon das
Tischtennis hier nicht ganz so beliebt ist wie in Deutschland. Die
Ausstattung in Gonzaga ist in allen Belangen super!! Außer die
Tischtennishalle, ist keine Sporthalle, das Material schlecht und ich
glaube der Trainer kann gar kein Tischtennis :D. Und die Motivation
der Schüler ist auch eher mangelhaft. Das war bei uns in Finthen
früher anders. Wir wollten immer spielen und besser werden!! Unser
Problem war das wir oft nicht geduldig genug waren. Hier muss ich
zuerst einmal gucken, dass ich es schaffe die Jugendlichen zu
motivieren. Aber es ist schon schön hin und wieder den Schläger in
der Hand zu halten und ein paar Bälle zu schlagen :).
Aber
ich weiß nicht ob ich in Zukunft 2 Mal die Woche ins Tischtennis
gehen kann oder überhaupt gehen kann, da ich einen Nebenjob
angenommen habe. Ab nächster Woche arbeite ich als Deutschlehrer in
der Grundschule und Kindergarten. Montags und Donnerstags unterrichte
ich die 3.-6. Klässler, also 7-12 Jährige Kinder, für 1:15h.
Mittwochs habe ich 2 Kindergartengruppen für jeweils 30min und 40min
die 1. Klasse. Die jüngsten von denen sind also um die 4 Jahre alt.
Gerechnet wird das wohl für 4 ½ oder 5h die Woche und ich bekomme
27-30€/h. Nach kurzem Überlegen, habe ich dann den Job angenommen.
1. Verbringe ich recht viel Zeit alleine am Nachmittag, was schade
ist. Jetzt kann ich mich am Nachmittag mit den Kollegen und Schülern
in der Grundschule unterhalten. 2. Hilft mir jede Praxiserfahrung
später im Referendariat auch wenn es „nur“ Grundschule/
Kindergarten ist und 3. kann ich das Geld gut gebrauchen! Ich habe ja
große Pläne für meine Zeit nach Irland. Außerdem hat mir meine
Vorgängerin alle ihre Materialien mitgebracht, von daher sollte die
Vorbereitung nicht zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Aber ein bisschen
nervös bin ich schon. Meine Vorgängerin, die mir den Job angeboten
hat, hat mich mal allen Vorgestellt und mir die Materialien gezeigt
und ich bin schon ein wenig erschöpft und überwältigt von den
ganzen neuen Infos nach Hause gekommen. Es gibt viele neue Regeln,
neue Gesichter und neue Materialien. Diesmal bin ich auch komplett
alleine für den Unterricht verantwortlich! In Indien war ich ja eher
selten alleine im Unterricht und bei den Jugendlichen bin ich ja auch
nur der Sprachassistent. Meine Lebenssituation wird sich in den
nächsten Wochen wieder ein Stück weit ändern und ich muss mich
jetzt wieder neu anpassen und an das neue Schulsystem und die neue
Verantwortung gewöhnen. Aber ich denke am Ende lohnt es sich und ich
werde mich freuen, dass ich diesen Job angenommen habe! Die Aufregung
vor der ersten Woche ist hoch, aber es wird schon alles irgendwie gut
gehen. Noch ein bis zwei Monate in der neuen Schule und dann habe ich
mich auch dort eingelebt und habe ein Routine.
Am
Samstag war ich dann beim GDI treffen. GDI steht für „Gesellschaft
der Deutschlehrer Irlands“ und es war ein Landesweites treffen von
Deutschlehrern in Dublin. Dort gab es mehrere Präsentationen von
erfahrenen Deutschlehrern, wie man besonders gut Sechstklässler
Unterrichtet oder wie man den Computer und Internet benutzten kann,
oder verschiedene Spiele wurden vorgestellt. Ich habe durchaus ein
paar neue Ideen bekommen, die ich ausprobieren möchte. Ich habe
gedacht es wird langweilig, aber es hat sich echt gelohnt dorthin zu
gehen. Ich habe dort auch meine Deutschlehrer von Beaufort gesehen
und die Elisabeth die mir den Nebenjob organisiert hat und ein paar
Leute vom Goethe Institut die ich aus dem Einführungsseminar kenne.
Es war ein bisschen lang, aber schön!!
Am
Sonntag, war ich mit einer anderen Assistentin beim Museum für
moderne Kunst und beim Killmainham Gaol. Das ist ein bekanntes
ehemaliges Gefängnis in Dublin. Hier haben die Briten zum einen
gewöhnliche Verbrecher hinter „Britische Gardinen“ gebracht,
aber auch bekannt Irische „Separatisten“ eeeuuuhhh ich meine
Revolutionäre. In dieses Gefängnis wurden viele wichtige
Persönlichkeiten eingesperrt die ich auch schon aus dem Friedhof
kennengelernt habe. Nur das die Tour beim Friedhof etwas besser
erzählt wurde. Dafür war es spannend zu sehen wie das Gefängnis
gebaut wurde und wie die Häftlinge gelebt haben. Während die
meisten unter sehr schwierigen Bedingungen gelebt haben, hatte zum
Beispiel ein hoher Irischer Politiker ein sehr großes und schönes
Zimmer mit Dekoration. Er hatte oft Besuch von draußen und hat sich
zum Abendessen oft etwas von Noblen Restaurants bestellt. Besonders
schockierend fand ich die Strafen die viele Menschen während der
großen irischen Hungersnot von 1845 bis 1852 bekommen haben.
Da haben einige Leute mehrere Monate Gefängnisaufenthalt
bekommen, weil sie aus Verzweiflung versucht haben ein Brot zu
klauen. Wobei sie im Gefängnis auch gesagt haben, dass das Gefängnis
für einige vielleicht sogar die Rettung war. Schließlich hat man
dort jeden Tag etwas kleines zu Essen bekommen. Es war auch
interessant das einige für die selbe Straftat sehr unterschiedliche
Urteile bekommen haben. Für das Brot gab es alles von ein paar
Wochen bis ein paar Monaten. Auch spannend fand ich, dass die Briten
zwischen 1787 bis 1857 viele Sträflinge zu Sträflingskolonien nach
Australien deportiert haben. Dabei war es so, dass man irgendwann
angefangen hat Frauen für leichte Straftaten nach Australien zu
schicken, weil es dort einen zu großen Männerüberschuss gab.
Das Museum für moderne Kunst war wie die meisten moderne Kunst Museen eher lustig als spannend. Es ist immer wieder witzig zu sehen, was als Kunst gilt. Wir waren auch nur da, weil wir für das Gefängnis noch 2 Stunden warten mussten. Es gab zum Beispiel ein Video von zwei nackten Männern, wie sie für 20min zusammen im Bett lagen, sich danach angezogen haben, 20min still nebeneinander saßen, sich danach wieder ausgezogen haben und 20min nackt im Bett lagen. Die haben das über 5 Stunden gemacht und per Video aufgenommen!! Und so etwas landet dann im Museum... Ich habe hier noch ein paar Fotos von lustigen Kunstwerken.
Naja nächste Woche gibt’s dann den Beitrag
zu meiner neuen Arbeitsstelle. Mal sehen wie die erste Woche abläuft.
Gruß











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