Dienstag, 21. Juni 2016

Dennis-wird-Ire? – Das Fazit



Nach ein wenig mehr als einer Woche zurück in Deutschland, ist es Zeit ein Fazit zu ziehen.
Ich wollte in Irland mein Englisch verbessern, Praxiserfahrung sammeln, viel vom Land sehen und viel über Irland und vom Schulsystem lernen.
Ich habe mein Englisch vielleicht ein bisschen verbessert. Ich habe mein Vokabular ein wenig erweitert, verstehe Muttersprachler besser und hoffe, dass mein Akzent etwas Irischer/Britischer geworden ist. Von Englischer Grammatik habe ich leider immer noch genau so wenig Ahnung, aber das macht nichts.
Praxiserfahrung habe ich dafür jede Menge gesammelt. Zwar nicht direkt in meinen Fächern, aber ich denke ich kann mich jetzt trotzdem viel besser in mögliche Schwierigkeiten von Schülern hineinversetzten und habe eine gute Vorstellungen von dem was mich im Referendariat erwartet. Ich denke auch, dass mein Umgang mit Schülern nochmal viel selbstbewusster geworden ist.
Ich denke ich habe viel und absolut genug vom Land gesehen. Wahnsinn ist Irland schön!!! Die Landschaften haben mich echt umgehauen und die Ausflüge haben super viel Spaß gemacht. Sehr gerne wieder!!! Die Landschaften haben mich motiviert mich auch in Irland mit Geologie und Geographie zu beschäftigen. Echt toll!!

Ich denke nicht, dass die Iren eine krasse Einzigartigkeit haben, von der besonders viel lernen kann. Die Iren sind durchaus sehr Nationalstolz und legen großen Wert darauf ihre Geschichte zu kennen und reflektiert zu betrachten. Über 1916 und Nordirland konnte man sich mit so ziemlich jeden Unterhalten und war durchaus ein Gesprächsthema unter den Iren zumindest in diesem Jahr. Aber wie gesagt im Vergleich zu den Deutschen fand ich die Iren nicht großartig anders. Die Menschen mit denen ich zu tun hatte waren gebildet, professionell, witzig und kontrolliert. Mal abgesehen von der Muttersprache unterscheiden die Iren und Deutsche nichts. Der einzige Aspekt ist vielleicht, dass die Iren vielleicht etwas höflicher sind. In Irland wird sich für alles Mögliche sehr stark entschuldigt. Auch in Deutschland machen das viele aber in Irland, ist das Verhältnis vielleicht etwas größer.
Das Irische Schulsystem unterscheidet sich stark von dem in Deutschland. Die größte Schwäche ist denke ich, dass alles auf auswendig lernen ausgelegt ist. Dadurch bemühen sich die Schüler und Lehrer weniger auf das Lernen der Sprache oder Stoffes sondern man fokussiert sich auf die Prüfung. Ein großer Vorteil ist das tolle Gemeinschaftsgefühl an den zwei Irischen Schulen an denen ich war. Die Klassen und die ganze Schule haben tolle Gemeinschaften gebildet. Ich kannte zu meiner Schulzeit viele Mitleidende gar nicht und mit den anderen war ich nicht befreundet. In Irland hatte ich das Gefühl, dass jeder Schüler/in mit jedem/r befreundet ist. Die Schule macht auch viel für diese Gemeinschaft. ES gibt immer mal wieder Messen und Versammlungen bei denen Aktivitäten und Erfolge einzelner betont werden. Mir gefällt auch, dass die Schulen viel Wert legen, auf das Vermitteln von Werten! Bei Messen und Aktivitäten wurde immer wieder großer Wert auf das Vermitteln von Werten gelegt. An beiden Schulen wollte man die Schüler zu verantwortungsvollen und selbstständigen Menschen erziehen. Es wurde immer wieder betont, dass die Schülerinnen und Schüler aktiv und selbstbewusst ihren eigenen Weg gehen müssen. Ich denke das ist eine der Hauptaufgaben der Schulen und das möchte ich in Deutsche Schulen mitnehmen.
Was nehme ich sonst noch aus Irland mit? Ich war in Irland sehr aktiv!! Ich war ständig beschäftigt und habe ständig etwas sinn volles gemacht. Ich habe in Irland mit einer ganz anderen Energie und Selbstständigkeit meinen Tag aktiv gestaltet! Das wichtigste wird jetzt sein, diese Energie mit nach Deutschland zu nehmen!!!
Jetzt nach 1-3 Woche wieder in Deutschland merke ich keine großen Unterschiede zu Irland. Ich finde Deutschland tatsächlich wesentlich grüner als Irland und es ist viel wärmer. Ich nehme Mainz jetzt etwas interessanter als vorher und wundere mich noch wieso ich in Geschäften auf Deutsch angesprochen werde. Aber sonst bleibt alles beim Alten.

Jetzt bin ich zunächst einmal in Russland und Indien und danach gibt meinen nächsten Blog aus Ruanda.

Tschau und danke fürs lesen!!!!


Samstag, 4. Juni 2016

Die letzte Woche vor Abfahrt: Von allen Abschied nehmen



Die letzte Woche war wie zu erwarten sehr spannend, komisch und emotional. Aber am Sonntag gab‘s nochmal einen coolen Ausflug nach Nordirland zum Giants Causeway und der Bushmills distillery. Bushmills distillery war echt spannend und die Führerin sehr hübsch. Der Giants Causeway war auch beim zweiten Mal noch sehr beeindruckend und spannend!! Ich könnte mir auch vorstellen noch ein drittes Mal dahin zu fahren. Die Vermieterin von Lena hat uns gefahren und wir hatten Unterwegs viele interessante Gespräche über Nordirland. Das war mein letzter Sonntag und Ausflug in Irland für die nächste Zeit.
 




Der erste emotionale Tag war dann der Dienstag, mein letzter Tag bei den Mädels. Ich habe mich von meinen 5th years, 2nd years, Kollegen und Deutschlehrern verabschiedet. Ich habe für die Lehrer Cookies gebacken und habe sowohl von den Schülern, der Rektorin, als auch von den Deutschlehrern Abschiedskarten und Geschenke bekommen. An diesem Tag wollte ich die Schule nicht mehr verlassen!! Ich wünsche besonders den 5th years alles Gute und Erfolg nächstes Jahr.


 
Der zweite emotionale Tag war dann der Donnerstag an dem ich mich von den Jungs und meinen Freunden hier verabschieden musste. Die 5th years waren extrem witzig!! Ich hatte meine letzte Stunde mit ihnen und habe danach die mündliche Prüfung mit ihnen gemacht. Sie hatten nicht auf dem Schirm, dass ich gehe und haben in der Freistunde vor der Prüfung eine selbstgemachte Karte für mich gebastelt. Darin lagen 11€ und ich habe den Befehl bekommen diese 11€ für zwei Pint of Guinness auszugeben :D. Die Verabschiedung von der Lehrerin war dann erwartungsgemäß witzig, kurz und locker. Zusätzlich gab es eine kurze Rede vom Rektor und ein paar coole Geschenke. Auch am Donnerstag viel es mir schwer zu gehen. Insgesamt hatte ich die Woche über gemischte Gefühle. Während der Schulzeit war ich eher traurig zu gehen und wollte noch so viel wie möglich mitnehmen. Nach der Schule fühlte ich mich dann aber oft bereit für den Rückflug und meine nächsten Aufgaben.





Am Mittwoch war ich mit Andrew und Shioban dann noch in meinem lieblings Bruger Café und wir haben uns noch ein wenig über meinen Aufenthalt unterhalten und auch von Andrew gab es noch eine nette Karte zum Abschluss.
Tja und am Freitagmorgen war‘s dann soweit. Am Tag vorher alles gepackt und am Morgen hat mich Andrew noch zum Flughafen gefahren. 10h später bin ich dann erschöpft aber glücklich zu Hause angekommen :).
Die Tage kommt dann noch eine Schlussrefelxion und das wars dann mit diesem Blog. Aber demnächst kommt dann ja schon der neue ;).
Bis bald

Montag, 30. Mai 2016

Wochenende mit Arthur + nur noch eine Woche bis Abfahrt



Das Wochenende mit Arthur war cool. Wir waren in Howth, Joggen im Tymon Park, beim Koboldmuseum und beim Museum für Geschichte und dekorative Kunst. Das Museum war letztlich interessanter als gedacht, aber für mich trotzdem nicht das große Dublin Highlight. Naja ich bin wirklich kein Fan von Ausstellungsstücken die einfach nur rumstehen. Ich brauche jemanden der mir eine interessante Geschichte dazu erzählt. Oder das Ausstellungsstück ist an sich absolut faszinierend. Aber war schon ok und ich denke Arthur hatte ein schönes Wochenende und das freut mich.







Die nächsten zwei Wochen Schule waren sehr routiniert, aber man merkt schon, dass es jetzt vorbei ist. Einige der mündlichen Prüfungen sind rum, die Atmosphäre in den Schulen geht so langsam in Richtung Sommerferien, sowie auch meine Arbeitseinstellung. Die Schulen hatten ihre Sportfeste und diese Woche hat sich das Abschlussjahr bei allen verabschiedet und das Jahr wurde in Zeremonien mit Konzerten und individuellen Preisen verabschiedet. Die Mädels haben die Lehrer am vorletzen Tag noch auf Kaffee und Kuchen eingeladen bevor es die formale Zeremonie gab. Bei diesen Preisen, wurden Schüler für besondere Leistungen in allen Bereichen gewürdigt und ihre Vorbildfunktion für alle anderen herausgehoben. Man muss schon sagen, dass an irischen Schulen die Schulgemeinschaft viel enger zusammenhält und die Atmosphäre, wohl auch wegen der geringeren Schülerzahl, viel familiärer als in deutschen Schulen ist. Es gibt viel mehr tolle Schulaktionen und es wird mehr Wert auf das Vermitteln von Werten gelegt als bei uns. Ich finde das Richtig, weil es wichtiger ist Werte zu lernen, als irgendwelche Mathe Funktionen die viele nie wieder brauchen werden. Ich denke gerade wenn es um das kreieren einer Schulgemeinschaft und dem Vermitteln von Werten geht, können Deutsche Schulen noch etwas von den Iren lernen.










Ansonsten habe ich nicht viel gemacht. Ich habe heute zum ersten Mal Fisch & Chips gegessen (echt nicht schlecht) und war im Dublin Castle (eher langweilig). Also Fisch ist schon essbar, aber ich glaube ich bleibe lieber bei meinen Burgern. Und jetzt gerade bin ich aus meinem Lieblingskino gekommen und habe „Mein Nachbar Totoro“ auf der großen Leinwand gesehen. Tja solche Kino Aktionen gibt es in Mainz + Koblenz leider nicht….
 Jetzt in einer Woche liege ich schon zu Hause im Bett in Mainz, aber ich habe so das Gefühl, meine letzte Woche hier wird noch einmal interessant.

Freitag, 20. Mai 2016

Besuch von der Familie und von Claire



Am Wochenende war ich dann mit der Familie bei den Cliffs of Moher und dem Burren Nationalpark. Die Cliffs of Moher sind auch beim zweiten Mal noch sehr beeindruckend und ich denke der Familie hat es sehr gut gefallen. Die Cliffs of Moher sind ca. 200m hohe Steilklippen und haben vor ca. 320 Mil. Jahren angefangen sich zu bilden. Damals lag die Region in den Tropen und war die Mündung eines Flussdeltas. Die Sedimente die sich dort abgelagert haben formen die Klippen.




 
Danach und am nächsten Tag ging es zum Burren Nationalpark. Der Burren war sehr interessant, das Wetter war überragend und die Landschaft sehr schön. Wir haben uns ein paar kleinere Sehenswürdigkeiten angeschaut und am zweiten Tag eine schöne Wanderung gemacht.
Der Burrennationalpark ist eine sogenannte Karstlandschaft und besteht überwiegend aus Kalksteinen. Der Kalkstein ist ca. 350 Millionen Jahre alt und damals haben sich über den Kalkstein noch, durch Faltung, Schiefer und andere Metamorphe Gesteine abgelagert. Aber während der letzten Eiszeit haben Gletscher die Metamorphen Gesteine abgetragen, sowie jegliche Erde über dem Kalk. Zurückgelassen hat der Gletscher Moränen/ Geröll (abgerundete Steine), Drumlins (kleine längliche Hügel, deren Längsachse entlang der Eisbewegung liegt), Seen die nur in Regenreichenperioden zu sehen sind und Findlinge (größere Gesteinsbrocken). Der Kalkstein wurde dann zur Karstifizierung zurückgelassen und so entstanden die Karren und einige Dolinen die durch Lösungsverwitterung entstanden sind.







Kalksteine haben eine überwiegend Biogene Entstehung. Viele entstehen aus Mikroorganismen, Korallen aber auch Teile aus Schnecken, Muscheln und Schwämme. Wenn die Lebewesen sterben, bildet sich aus den Schalen sogenannte Kalkschlämme. Durch die Diagenese (Verfestigung von Sedimenten), wird dann aus den Kalkschlämmen Kalkstein.
Und am letzten Tag der Reise sind wir zurück nach Dublin gefahren und sind mit dem Tour Bus um die Stadt gefahren. Der Busfahrer hat eine interessante Tour gemacht und vieles erzählt was ich noch nicht wusste. Aber dieser Bus sollte eigentlich ein eine Audiotour sein, also wir wollten die Tour eigentlich auf Deutsch machen. Deshalb waren wir enttäuscht. Dublin war voller Leute!!! Denn wir sind am 100. Jahrestag des Easter Rising angekommen. O’Connell Street war gesperrt und es gab ein Konzert mit Reden und neben an ein kleineres „Konzert“ von einem Dudelsackorchester.
Noch am selben Tag bekam ich für 1 Woche Besuch von Claire. Es war eine sehr schöne, aber auch ein wenig anstrengende Woche. Ich habe auf der Arbeit schnell und effizient gearbeitet und die Nachmittage dann mit Claire in der Stadt verbracht. Wir haben den Bray-Greystones Weg gemacht, wir sind ins Kino gegangen und haben uns sogar Hunderennen angeschaut. Sie hat sogar bei einem Rennen gewonnen.

Am Wochenende haben wir dann den Wicklow Way gemacht. Eine 3 Tage Wanderung durch den Wicklow Nationalpark. Tag 1 +2 gingen jeweils ca. 22km und Tag 3 nur 8km. Die Landschaft war zeitweise sehr schön, aber auch zum Teil leicht enttäuschend. Insgesamt aber sehr schön! Gerade der zweite Tag war toll, aber wir hatten auch leider Pech mit dem Wetter und waren am Ende total K.O. Wir waren so erschöpft, dass wir am 3. Tag spät gestartet sind und langsam gewandert sind. In Glendalough, dem Ziel des 3. Tages, haben wir uns auch nur noch entspannt und sonst nichts. Es war meine erste Mehrtägige Wanderung und ich würde auch noch die ein oder andere machen.






nochmal kurz zur Geologie: Vor 420. Millionen Jahren (Silur) kam es zu Faltentektonik, welches metamorphe Berge zur Folge hatte. Danach stieg Magma auf und erkaltete in den Bergen. Bei diesem Vorgang entsteht Granit. Gletscher und anderer Kräfte erodierten schließlich die Metamorphen Gesteine. Deshalb findet man im Wicklow Nationalpark so viel freigelegte Granitsteine.


Nächstes Wochenende kommt dann Arthur übers Wochenende zu Besuch. Das wird bestimmt auch lustig!!