Donnerstag, 19. November 2015

Ernüchterung und ein wenig Heimweh nach dem ersten Mo



Besonders toll habe ich mich diese Woche nicht gefühlt. Ich denke das liegt vor allem daran, dass sich meine Lebenssituation sehr abrubt und stark geändert hat. Noch vor 1-2 Monaten habe ich zu Hause in Mainz oder Kobelnz gewohnt, war umgeben von Familie und Freunden und war in meinem gewohnten Uni Alltag. Man könnte sagen ich hatte alles unter Kontrolle. Hier in Dublin wohne ich nicht zu Hause, sondern miete ein Zimmer bei meinem Vermieter. Zwar verstehe ich mich gut mit ihm, aber ich muss halt aufpassen, dass ich mich gut verhalte und seine Regeln befolge. Ich habe hier nicht ganz die Freiheit wie in Koblenz oder Indien wo ich theoretisch machen kann was ich will und wann ich es will. In den Schulen fühle ich mich sehr willkommen und mir gefällt die Arbeit, aber ich kann mich noch nicht richtig im Kollegium integrieren. Entweder verstehe ich viele Gespräche nicht, oder es geht um Schüler die ich nicht kenne oder andere interne Gespräche. Deshalb kam es jetzt schon ein paar mal vor, dass ich in der Pause Nachrichten gelesen habe und ein bisschen verloren in der Gegend rumgeguckt habe. In Gonzaga tue ich mich auch im Unterricht ein wenig schwer. Die 2. Und 3. Klässler haben noch ganz schön wenig Vokabeln und deshalb sind Gespräche sehr sehr anstrengend und langweilig. Meine Lehrerin hat gesagt, dass die 2. Klässler total überfordert waren und ich mit denen irgendwelche Spiele spielen soll. Gut jetzt weiß ich bescheid. Zu den 3. Klässlern hat sie nichts gesagt und bei Fragen zu den 4. und 5. Klässlern auch nur so halb geantwortet. Naja, ich hoffe das die Kommunikation noch besser wird. Nicht zu unterschätzen ist im Moment auch der Schulweg und die Unterrichtszeit. Mittwoch und Donnerstag beginnt mein Unterricht um 8:00 Uhr, also muss um 6:20 Uhr aufstehen und um 7:20 Uhr in den kalten Morgenstunden und hektischen Berufsverkehr mit dem Fahrrad zur Schule fahren. Da ich den Weg immer noch nicht auswendig kann, nehme ich hin und wieder auch mal die falsche Richtung und muss mich immernoch mit Google Maps orientieren. Ok ich könnte auch den Bus nehmen, aber dann muss ich ja noch früher aufstehen. In Koblenz muss ich frühestens um 8:30 Uhr im Vorlesungssaal sitzen und fahre 5min mit dem Bus. Ich muss mich jetzt daran gewöhnen ein wenig früher schlafen zu gehen und früher aufzustehen. Der nervigste Punkt ist aber, dass ich hier keine Freunde habe. Ich verbringe ganz schön viel Zeit alleine und bin ein wenig einsam. In Indien habe ich mit anderen Freiwilligen zusammengarbeitet und gelebt, die in der selben Situation waren wie ich. Wir haben uns super angefreundet und viel Zeit zusammen verbracht. Dass war einer der schönsten Aspekte in Indien. Hier habe ich die anderen FSA’s (Fremdsprachenassistentslehrer) erst letzt Woche kennengelernt und habe noch nicht so einen guten Draht zu ihnen. Ich hoffe auch das wird bald besser….
Und ich denke ich bin auf einem guten Weg :)!!! Ich hatte zwar keine schöne Woche, aber dafür ein um so schönes Wochenende. Am Freitagabend habe ich mich mit 2 anderen FSA’s die in Dublin wohnen getroffen und 3 anderen deutschen Auslandsstudenten. Wir haben ein paar Bier in der Wohnung getrunken, uns über Dublin unterhalten und festgestellt, dass wir alle die Selben Probleme haben. Die anderen 2 fühlen sich auch noch nicht im Lehrerzimmer integriert, Kommunikation mit den Deutschlehrern ist nicht immer super, einige Stunden sind schwierig… Das ist doch beruhigend wenn man nicht der einzige ist mit den Problemen, auch wenn ich mir das natürlich schon gedacht habe. Es dauert eben immer so um die 2 Monate bis man sich richtig eingelebt hat und so eine gewisse Sicherheit und Routine hat. Am Samstag war ich dann mit zwei anderen FSA’s die in der Umgebung von Dublin wohnen in Howth wandern. Mit der Komilitonin waren wir ja nur in der Nähe vom Bahnhof, aber mit diesen zwei Mädels haben wir die kleine und schöne Wanderung durchgezogen. Die halbinsel Howth ist östlich von Dublin und sehr schön! Es gibt ein paar Steilhänge entlang der Küste und wenn man die „lange Tour“ macht, ca. 7km, dann trifft man auch nur noch sehr wenige andere Touristen und man die schöne Landschaft sozusagen fast für sich alleine. Kann ich nur weiterempfehlen für Dublin besucher, vielleicht mache ich die Tour auch noch einmal wer weiß :). Najaaaa, noch eine Woche und dann gibt’s erstmal Herbstferien :D. Da freue ich mich schon drauf und auch wenn ich noch nicht lange hier arbeite habe ich das Gefühl das ich sie gut gebrauchen kann. Mann muss an den Wochenenden und Ferien einfach mal Spaß haben, dann weiß man auch wieso man unter der Woche zur Arbeit geht.
Bis dann :).
 





           

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