Donnerstag, 19. November 2015

Die wunderbaren Herbstferien und die Woche davor


Die Woche vor den Herbstferien war doch schon besser als die vorherige. Ich habe einfach mal ein paar Gespräche so in der Mitte unterbrochen und gefragt worum es geht und wurde dann auch ins Gespräch mit den Kollegen integriert. Ich mache das jetzt hin und wieder, dann kann ich mich auch besser integrieren denke ich. Dann habe ich mir für die 2. und 3. Klasse ein paar Bilder von Promis heruntergeladen und die Stunde mit den Bildern aufgebaut. Das war schon interessanter, aber immer noch ein wenig langweilig. Ein Schüler der 3. Klasse hat noch zu seinem Nachbarn „Langweilig“ geflüstert. Das war dann nicht so schön, aber es war schon besser und ich weiß auch schon was ich nächste Woche mache. Die Kommunikation lief jetzt auch schon besser. Ich habe der Lehrerin meinen Plan per E-Mail geschrieben und sie hat mir ihre Anmerkungen zurückgeschickt. Immerhin gibt es jetzt Kommunikation auch wenn ich E-Mail noch ein wenig umständlich finde. Ich werde versuchen sie Donnerstag nach dem Unterricht zu erwischen und kurz persönlich besprechen welche Themen drankommen sollen. Es ist also noch nicht perfekt aber auf jeden Fall besser :).
Am Mittwochabend haben ein paar Schüler der 6. Klasse ein Theaterstück aufgeführt. Und zwar das Stück „The Importance of Being Earnest“ geschrieben vom Weltberühmten irischen Schriftsteller Oscar Wilde. Oscar Wilde war einer der bedeutendsten Schriftsteller der englischen Literatur der, in der zweiten Hälfte des 19 Jahrhunderts gelebt hat. Die Schüler haben das Stück UNGLAUBLICH gut gespielt!! Ich war sowas von beeindruckt!! Einer der Hauptrollen hatte übrigens auch der Schüler von mir, der so super gut Deutsch kann. Leider habe ich nicht viel vom Stück verstanden weil sie in „Oscar Wilde“ Englisch geredet haben und das für mich einfach zu schwer war. Aber naja ich habe schon verstanden worum es geht, nur nicht jeden Witz und jedes Gespräch. Mein Schüler, hatte in ca. 2 Stunden Spielzeit nur 2-3 kleine Versprecher drinnen und die anderen sogar gar keinen!!! Die Körperhaltungen, Betonungen und Bewegungen haben eigentlich immer gepasst!!! Also ich war super beeindruckt. Ich war auch sehr beeindruckt vom Theater an sich! Das war echt ein super schönes Theater bei dem man von jedem Sitzplatz aus alles sehen konnte und bequemer gesessen hat als in jedem Kino. Dazu kommt die Super Ausstattung für das Bühnenbild und Kostüme. Also absolut super!!

Feriiieeeeennnn!!!!! Ja die Ferien waren sogar genau so gut wie das Theaterstück :D!! Ich hatte besuch aus Leipzig und dann haben wir uns ein Auto gemietet und sind zum Westen gefahren. Unsere erste Station war der Killarney Nationalpark. Der Park ist sehr groß und schön. Wir haben am ersten Tag eine 15km Wanderung durch den Park gemacht und haben die vielreiche Flora (Pflanzen) bewundert und natürlich den großen Lough Lane See in der Mitte des Parks und den kleineren Muckross See. Killarney ist einer der größten noch erhaltende Eichenwälder Irlands aber hat wie gesagt noch viel andere Vegatation. 








Diese Wanderung war schon ganz cool, aber richtig super war dann die nächste Wanderung auf den Mangerton Mountain, einen ca. 800m hohen Berg. Dieser Weg ist nur sehr schwach ausgebaut und es gibt auch kaum Werbung für den Berg bei den Reiseführern und den Touristenzentren. Daher sind wir beim kompletten Auf- und Abstieg nur 5 weiteren Menschen begegnet und ca. 20 Schafen. Der Weg ist zwischendurch verschwunden und wieder aufgetaucht, sodass man ab und zu am Bach oder schlammigen Boden entlanglaufen musste. In der Höhe war es relativ kalt und 800m sind schon nicht ganz so leicht. Aber die Anstrengungen haben sich gelohnt!! Die Aussicht war fantastisch und es macht auch Spaß alleine so im Matsch und beim Bach entlang zu laufen. Unter anderem genau wegen diesen Landschaften bin ich doch nach Irland gefahren!!! Witzig war auch das ich erst ein paar Tage vorher den Kinofilm „Everest“ gesehen habe, bei dem eine Gruppe Menschen stirbt bei dem Versuch den Mount Everest zu besteigen. Ein paar Mal musste ich schon an diesen Film denken auch wenn ich natürlich nur 840m hochgestiegen bin und nicht 8,800m :D.






 

Am nächsten Tag ging es zum absoluten Highlight der Tour, den Weltberühmten „Kliffs of Moher“!! Das war vielleicht beeindruckend!!! Wahnsinn!! Da denkt man, man hat schon viel gesehen, aber das kommt in die Top 10 der beeindruckendsten Orte die ich bis jetzt gesehen habe. Es ist ein langer Weg entlang der Steilklippen der irischen Atlantikküste. Die Klippen sind zwischen 120 und 200m hoch und haben eine Länge von ca. 8km. Wir hatten in der Vorlesung zur physischen Geographie auch ganz kurz besprochen wie solche Steilhänge Zustandekommen und ich habe es zwar schon damals verstanden aber jetzt konnte ich es mit eigenen Augen sehen und musste es mir nicht nur vorstellen. Das Meer erodiert (also trägt ab), so viel vom unteren Teil des Hangs, bist der obere Teil irgendwann abbricht und man so einen steilen Hang bekommt. Es ist ein bisschen traurig, aber in ein paar hundert, vielleicht tausend Jahren wird es die „Cliffs of Moher“ so in dieser Form wohl nicht mehr geben. Ich werde bestimmt noch einmal eine Bus Tour oder so dorthin machen. Vielleicht noch einmal zum Abschluss meiner Zeit, den es mein Lieblingsort bis jetzt.









       
Danach ging es weiter zum Connemara Nationalpark. Connemara ist ein etwas verschlafenes Gebiet im Nordwesten Irlands bei dem überwiegend Irisch gesprochen wird. Viele etwas wohlhabendere Eltern schicken einmal ihre Kinder über die Sommerferien nach Connemara, damit sie dort Irisch lernen. Die Kinder leben dann dort in einer Gastfamilie in der ausschließlich Irisch gesprochen wird. Im Ort unseres Hostels „Letterfrack“ sind wir so gegen 20:00 Uhr angekommen und es war schon alles stockdunkel und die Straßen waren wie leergefegt. Man hatte den Eindruck das es schon 2 Uhr nachts war, aber so ist das halt auf dem Land :D. Im Connemara Nationalpark haben wir bei traumhaftem Wetter eine weitere, diesmal etwas kleinere Wanderung gemacht und auch hier die Landschaft genossen. Wie man auf den Bildern sieht, gibt es bei diesem Nationalpark keine Wälder sondern eher, ich sage mal eine etwas nackte und kalte Landschaft, die aber trotzdem sehr schön anzusehen ist. Nach der Wanderung sind wir ins Auto gestiegen und haben das ganze Gebiet und die Nachbardörfer mit dem Auto erkundet. Es war ein sehr romantisches, ruhiges und verschlafenes Gebiet an der Atlantikküste. Wir haben hin und wieder mal das Auto geparkt uns an der Küste hingesetzt, Chips gegessen und uns den Sonnenuntergang angeguckt.











 

Am letzten Tag der Reise, haben wir uns die größte Stadt im Westen, Galway angesehen. Galway ist eine Hafenstadt im Atlantik und eine beliebte Studentenstadt. Galway hat mir auch sehr gut gefallen. Es gibt eine sehr schöne Promenade am Atlantik ein paar wenige aber coole Kanäle und eine zwar ganz schön kleine aber schöne Altstadt. Wir haben dort an einem Preisgekrönten Fish n Chips Restaurant Pommes gegessen und waren sowas von zufrieden. Pommes finde ich tatsächlich hier in Irland allgemein besser als bei uns in Deutschland. Hier schmeckt man noch richtig raus, dass Pommes aus Kartoffeln gemacht sind und die werden hier meistens nicht so stark frittiert wie in Deutschland. Außerdem gibt es hier und in Großbritannien eine wichtige Zutat die es bei uns nicht gibt. Essig!! Die Leute Essen die Pommes hier eher weniger mit Soßen wie Mayo oder Ketchup sondern mit Salz und Essig und das schmeckt. Essig sollte man bei uns auch einführen. Ansonsten waren wir in Galway noch bei so einem kleinen „Hippi“ Markt in einer Nebenstraße. Dort wird Handwerk, selbst gemachte Schokolade und Wollkleidung verkauft. Die Schokolade war sehr gut.







Zu guter Letzt muss ich noch ein Wort über die Zeit im Auto verlieren. In Irland fährt man ja auf der linken Seite und Irische Autos haben ihr Lenkrad auf der rechten Seite. Das heißt man muss anders Rückwerts einparken als gewohnt, die Gangschaltung wird mit der linken Seite bedient und man überholt rechts. Das alles ist ja noch schön und gut, aber abenteuerlich wurde es dann auf den sehr engen Landstraßen bei Regen und man neigt als „Kontinentaler“ besonders bei Gegenverkehr zu weit links zu fahren und parkende Autos zu zerkratzen. Deshalb bin ich im Durchschnitt bestimmt 30km/h langsamer gefahren als eigentlich erlaubt :D. Ich glaube nur die Iren fahren bei diesen engen und kurvenreichen Straßen wirklich80km/h :D.

        



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