Donnerstag, 19. November 2015

Woche 3: Erste Schulwoche, Einführungsseminar und Besuch aus Deutschland



Diese Woche war meine erste Schulwoche!! Ich arbeite am Montag und Dienstag an einer reinen Mädchenschule der „Loreto Highschool Beaufort“ und am Mittwoch und Donnerstag an einer reinen Jungenschule, der „Gonzaga College SJ“, wobei ich bei der Jungenschule 2Mal so viele Stunden habe. Insgesamt arbeite ich leider nur 13 Stunden die Woche und verdiene nur 900€. Bei 500€ Mietpreis und hohen Lebenshaltungskosten, bleibt mir damit eigentlich kein Geld mehr um noch ein wenig zu Reisen und mir das Land anzugucken. Wenn ich Glück habe bekomme ich bald extra Stunden und wenn ich mich so ein wenig eingelebt habe, möchte ich auch zusätzlich noch Nachhilfestunden geben.
In Loreto Beaufort wurde ich von allen Kollegen sehr freundlich empfangen!! Die Deutschlehrerin hat mich an der Rezeption empfangen, den Großteil der Kollegen vorgestellt und ein wenig geplaudert. Der Stellvertretende Schulleiter hat mich dann im Lehrerzimmer abgeholt, eine kleine Einweisung in die Schulordnung gemacht und einen Rundgang um die Schule gemacht. Danach ging es zur ersten Stunde bei der ich mit drei Schülerinnen aus der Klasse raus auf den Flur gegangen bin und mit ihnen einen Text von Englisch auf Deutsch übersetzt habe und einfach so ein wenig geredet habe. Ihr Deutsch ist überraschend gut! Also viele können recht fließend sprechen, einige so halb fließend und naja einige wenige sind entweder noch viel zu schüchtern oder können es nicht so gut. Aber insgesamt ist das Niveau besser als erwartet.



Am Dienstag war ich dann direkt am ersten Klassenausflug mit der Geschichtsklasse beteiligt. Es ging um einen Ausflug zum ehemaligen Kloster von Glendalough. Als ich morgens in die Schule gekommen bin hat mich der stellvertretende Direktor sofort angesprochen und gesagt wenn ich mit will kann ich mit, er sagte „uns würde freuen wenn du während deines Aufenthaltes auch etwas über die irische Geschichte und Kultur lernen würdest“. Da habe ich natürlich nicht nein gesagt und habe eine von vielen ehemaligen irischen und katholischen Klöstern gesehen. Wie auch in Deutschland, waren Klöster in Irland kleine selbstständige Gemeinden in denen Mönche und Nonnen ihre Religion auslebten. Der Sage nach, reiste der Gründer (laut Wikipedia am 6. Jahrhundert) mal eben so fröhlich durch die Natur, als er sich an diesem Tal gedacht hat: „so hier bleibe ich dann jetzt“. Mit der Zeit kamen noch andere Menschen die ähnlich dachten und schließlich wurde aus Glendalough eine recht große Gemeinde, mit mehreren Kirchen und einer Mönchsschule. Wahrzeichen und als einziges Gebäude keine Ruine, ist der große Rundturm des Klosters. Er wurde damals aus Prestigegründen, Orientierungshilfe und zur Verteidigung gebaut. Die Geschichts- und Religionslehrerin, hatte wirklich sehr viel Wissen über Glendalough!! Sie wusste sehr viele Details über den Turm und wieso die Ruinen so aussahen und an bestimmten Orten waren. Außerdem hat sie mir einen sehr interessanten und giftigen Baum gezeigt, der weltweit nur in Irland wächst. Dieser Baum wird und wurde oft neben Gräbern gepflanzt, damit Hirten ihre Küchen und Schafe von den Gräbern weghalten. Ich denke, es war für alle eine sehr spannende Exkursion, wobei ich es Gefühlt spannender fand als die Mädels. Aber das ist ja auch normal, mit 14 Jahren interessiert man sich nicht für Geschichte :D.   






                                          
Am Mittwoch und Donnerstag hatte ich dann Tag 2 und 3 in Gonzaga (Erster Tag am Donnerstag Woche vorher). Auch in Gonzaga wurde ich sehr freundlich empfange und die einzige Deutschlehrerin der Schule, hat mir die Schule gezeigt und mich vielen der Kollegen vorgestellt. Sie und der Direktor der Schule sprechen fantastisch Deutsch und man merkt nur and der Geschwindigkeit, dass sie keine Muttersprachler sind. Besonders die Deutschlehrerin spricht Englisch ungefähr 5 Mal so schnell wie deutsch. Ähnlich wie Loreto Beaufort, ist Gonzaga eine ziemlich prestigereiche Privatschule bei der die Eltern im Jahr ca. 5.000 - 9.000€ Schulgebühren ausgeben und die Schüler im Landesvergleich immer sehr gut abschneiden. Die Schule hat eine wahnsinnig gute Ausstattung mit Kirche, Theater, Turnhalle, Rugbyfeld, mehrere Tennisfelder und generell ein großes Schulgelände.
In Gonzaga habe ich den großteil meiner Stunden. 3 Stunden mit 6. Klasse, also der Abschlussklasse, eine mit der 5. Und 4. Klasse und 2 mit der 2. und 3. Klasse. Die 5. Und 6. Klässler können bereits sehr gut Deutsch! Die meisten würden ohne große Probleme in Deutschland überleben und sich verständigen. Klar machen die noch viele Grammatik und Vokabel fehler, aber die können sich schon ganz verständlich ausdrücken. Besonders einer von der 6. ist fantastisch! Nicht viel schlechter als mein Englisch würde ich sagen. Die 4. Klasse ist so ganz ok. Ein paar wenige die auch schon über die Sommerferien für Deutschkurse nach Deutschland geschickt wurden sind gut, einige andere sind entweder noch zu schüchtern oder können es nicht so gut. Mit der 2. und 3. Klasse hatte ich echt Probleme. Meine Aufgabe ist es mich mit ihnen zu unterhalten, aber sie können leider noch so ziemlich gar nichts. Man kann sich nicht mit 13. jährigen Schülern unterhalten, wenn sie kaum deutsche Wörter können. Naja ich muss mir da irgendwas einfallen lassen. Aber insgesamt muss ich sagen das ich für ganz schön wenig Arbeit ganz schön viel Geld verdiene! Gerade bei den 6. Klässlern habe ich Freitags in der Doppelstunde nur 2 pro Stunde!! Das heißt ich bekomme Geld dafür, dass ich mich mit 2 Schülern über irgendwelche Dinge die mit Deutschland zu tun haben auf Deutsch unterhalte. In der Mädchenschule muss ich mir nichtmal überlegen, worum es gehen soll. Da bekomme ich das Gesprächsthema einfach vorgegeben :D. Also ich glaube ich werde nie wieder in meinem Leben so leicht so viel Geld verdienen. Nur schade das die Miete hier so hoch ist…




 
Donnerstag und Freitag waren dann jeweils zwei Treffen mit anderen Fremdsprachenassistenten in Irland. Ich habe mich sehr gefreut das ich auch mal ein paar gleichaltrige getroffen habe die in einer ähnlichen Situation sind wie ich. Die komischen Studenten vom Freitag davor zähle ich mal nicht dazu. Wir sind ungefähr 30 Assistenzlehrer in Irland verstreut und zusammen mit mir leben noch 4 Mädels in Dublin und näherer Umgebung. Die sehe ich im Laufe der nächsten Monate sicherlich noch öfter :). Die Seminare waren ganz schön langweilig und da ich mich thematisch an nichts mehr erinnern kann auch irgendwie nutzlos. Das einzig gute war das ich die anderen Assistenzlehrer kennengelernt habe. Das Goethe Institut hat hier im direkten Vergleich mit AFS (die mich nach Indien geschickt haben) eine viel schlechtere Betreuung und Vorbereitungsseminare absolviert. Klar sind wir jetzt älter und brauchen es in Irland auch nicht so sehr wie in Indien, trotzdem war das Seminar für Indien WESENTLICH spannnender, informativer, eine echte Hilfe und man hat die Gruppe viel besser kennengelernt!! Nach dem kurzen Seminar am Donnerstag, sind wir dann zusammen in einen Pub gegangen und haben uns das EM Qualispiel Deutschland gegen Irland angeguckt. Die Stimmung im Pub war SUPER, besonders als Irland das 1:0 geschossen hat und das Spiel dann auch noch gewonnen hat.


Über das Wochenende hatte ich dann noch Besuch von einer Komillitonin und ihrer Schwester. Leider waren wir aller über diese Tage etwas erkältet, aber davon haben wir uns nicht die gute Laune verderben lassen. Wir waren in der Hafenstadt Howth, haben einige Cafés, Pubs und Restaurants in Dublin ausprobiert und zusammen Dublin erkundet.               




   

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