Die 2. Woche ist bei weitem entspannter als die Erste. Andrew
war die halbe Woche nicht da und ich hatte praktisch nichts zu tun außer zu
lesen, auszuschlafen, die Gegend zu erkunden und mich wegen meinem ersten
Arbeitstag verrückt zu machen. Lustiger weise komme ich diese Woche nicht mit
meinen Besorgungen hinterher, während ich in der zweiten Woche genug Zeit für
alles gehabt hätte. Aber ich habe gemerkt, wenn ich nicht im „Arbeitsmodus“
bin, fällt es mir schwer mich für vermeintliche Kleinigkeiten zu motivieren.
Ich war diese Woche viel mit dem Fahrrad unterwegs, welches mir Andrew für diese 8 Monate ausgeliehen hat, und habe mir Teile der Stadt angesehen. Ich war zum Beispiel beim berühmten Glasnevin Friedhof in Dublin und habe eine super Tour erlebt. Das ist ein prestigereicher Friedhof auf dem viele Prominente beerdigt wurden und werden sowie „über 1.000.000 Dubliner“ wie es heißt. Die Führerin hat uns die Gräber sehr wichtiger Persönlichkeiten gezeigt und etwas über ihre Geschichte berichtet. Die wichtigste Persönlichkeit ist sicherlich Daniel O’Connell. Er war in der ersten Hälfte des 19 Jahrhunderts ein erfolgreicher Rechtsanwalt, Gründer des Friedhofs und politisch sehr aktiv. Er hat sich für die Rechte der katholischen Bevölkerung eingesetzt und für die Unabhängigkeit Irlands von Großbritannien. Er gilt heute als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten Irlands, weil er immer versuchte, diese politischen Ziele friedlich und mit Argumenten zu erreichen. Deshalb hat man ihm zu Ehren in der Nähe des Eingangs von Glasnevin einen Turm als Mausoleum gebaut sowie zahlreiche Straßen in Irland nach ihm benannt und die Hauptverkehrsbrücke und Straße in Dublin. Andere Persönlichkeiten die auf dem Friedhof begraben liegen sind zum Beispiel Michael Collins. Er war der große General aus dem 20 Jahrhundert der maßgeblich für die Unabhängigkeit Irlands verantwortlich war. Ich werde mir mal den Film „Michael Collins“ angucken, dann kann ich bestimmt mehr dazu sagen. Er war der letzte der Tour und da war ich schon müde :D. Spannend fand ich noch die Geschichte von De Valera, aber auch die habe ich mittlerweile wieder vergessen :/. Aber ich wollte die Tour ohnehin noch einmal machen am Ende meiner Zeit wenn ich mehr über die Irische Geschichte weiß. Aber das Beeindruckenste an der Tour war ein Mann, der eine politische Rede imitiert hat. Die Imitation war so wahnsinnig gut ich bin total beeindruckt!!! Da hat alles gestimmt! Lautstärke, Körperhaltung, Inhalt, Aussprache, Betonung usw. Durchgehend perfekt!
Dann war ich diese Woche noch im Kino und war total
begeistert!! Der Preis ist für Studenten mit 7,50€ in Ordnung, das Kino ist
sehr schön eingerichtet, es werden interessante Filme gespielt, die Filme sind
natürlich auf Englisch und das Beste, es gibt hier so coole Events wie jetzt
Ende Oktober das „90. Jahre Horrorfilmklassiker“. Die Spielen Filme wie „Blade
1+2“, „From Dusk Till Dawn“ oder „das Schweigen der Lämmer“ auf großer
Leinwand! Wenn ich nicht auf Reisen bin muss ich mir die Filme unbedingt
reinziehen :D.
Am Wochenende war ich dann noch bei der Brauerei des
berühmten Irischen und Dubliner Bieres Guinness. Es gab eine schöne Tour in der
uns erklärt wurde wie Guinness zubereitet wird, welche Zutaten da rein kommen,
wie man es „richtig“ trinkt und natürlich wie man ein perfektes Guinness Glas
Zapft!! :). Selbstgezapft schmeckt es dann auch nochmal besser als sonst. Ich
muss auch generell sagen, dass ich ja in Deutschland kein großer Fan von
Guinness war. Aber hier ist das normale Bier viel schlechter als bei uns, weil
es stark mit Wasser verdünnt wird. Guinness ist bis jetzt das einzige Bier das
normal schmeckt, am günstigsten ist und ich muss sagen mittlerweile gefällt mir
der Geschmack ganz gut :D.















