Mittwoch, 21. Oktober 2015

2. Woche in Dublin: Glasnevin, Lighthouse cinemar und Guinness storehouse


Die 2. Woche ist bei weitem entspannter als die Erste. Andrew war die halbe Woche nicht da und ich hatte praktisch nichts zu tun außer zu lesen, auszuschlafen, die Gegend zu erkunden und mich wegen meinem ersten Arbeitstag verrückt zu machen. Lustiger weise komme ich diese Woche nicht mit meinen Besorgungen hinterher, während ich in der zweiten Woche genug Zeit für alles gehabt hätte. Aber ich habe gemerkt, wenn ich nicht im „Arbeitsmodus“ bin, fällt es mir schwer mich für vermeintliche Kleinigkeiten zu motivieren.

Ich war diese Woche viel mit dem Fahrrad unterwegs, welches mir Andrew für diese 8 Monate ausgeliehen hat, und habe mir Teile der Stadt angesehen. Ich war zum Beispiel beim berühmten Glasnevin Friedhof in Dublin und habe eine super Tour erlebt. Das ist ein prestigereicher Friedhof auf dem viele Prominente beerdigt wurden und werden sowie „über 1.000.000 Dubliner“ wie es heißt. Die Führerin hat uns die Gräber sehr wichtiger Persönlichkeiten gezeigt und etwas über ihre Geschichte berichtet. Die wichtigste Persönlichkeit ist sicherlich Daniel O’Connell. Er war in der ersten Hälfte des 19 Jahrhunderts ein erfolgreicher Rechtsanwalt, Gründer des Friedhofs und politisch sehr aktiv. Er hat sich für die Rechte der katholischen Bevölkerung eingesetzt und für die Unabhängigkeit Irlands von Großbritannien. Er gilt heute als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten Irlands, weil er immer versuchte, diese politischen Ziele friedlich und mit Argumenten zu erreichen. Deshalb hat man ihm zu Ehren in der Nähe des Eingangs von Glasnevin einen Turm als Mausoleum gebaut sowie zahlreiche Straßen in Irland nach ihm benannt und die Hauptverkehrsbrücke und Straße in Dublin. Andere Persönlichkeiten die auf dem Friedhof begraben liegen sind zum Beispiel Michael Collins. Er war der große General aus dem 20 Jahrhundert der maßgeblich für die Unabhängigkeit Irlands verantwortlich war. Ich werde mir mal den Film „Michael Collins“ angucken, dann kann ich bestimmt mehr dazu sagen. Er war der letzte der Tour und da war ich schon müde :D. Spannend fand ich noch die Geschichte von De Valera, aber auch die habe ich mittlerweile wieder vergessen :/. Aber ich wollte die Tour ohnehin noch einmal machen am Ende meiner Zeit wenn ich mehr über die Irische Geschichte weiß. Aber das Beeindruckenste  an der Tour war ein Mann, der eine politische Rede imitiert hat. Die Imitation war so wahnsinnig gut ich bin total beeindruckt!!! Da hat alles gestimmt! Lautstärke, Körperhaltung, Inhalt, Aussprache, Betonung usw. Durchgehend perfekt!





Dann war ich diese Woche noch im Kino und war total begeistert!! Der Preis ist für Studenten mit 7,50€ in Ordnung, das Kino ist sehr schön eingerichtet, es werden interessante Filme gespielt, die Filme sind natürlich auf Englisch und das Beste, es gibt hier so coole Events wie jetzt Ende Oktober das „90. Jahre Horrorfilmklassiker“. Die Spielen Filme wie „Blade 1+2“, „From Dusk Till Dawn“ oder „das Schweigen der Lämmer“ auf großer Leinwand! Wenn ich nicht auf Reisen bin muss ich mir die Filme unbedingt reinziehen :D.
Am Wochenende war ich dann noch bei der Brauerei des berühmten Irischen und Dubliner Bieres Guinness. Es gab eine schöne Tour in der uns erklärt wurde wie Guinness zubereitet wird, welche Zutaten da rein kommen, wie man es „richtig“ trinkt und natürlich wie man ein perfektes Guinness Glas Zapft!! :). Selbstgezapft schmeckt es dann auch nochmal besser als sonst. Ich muss auch generell sagen, dass ich ja in Deutschland kein großer Fan von Guinness war. Aber hier ist das normale Bier viel schlechter als bei uns, weil es stark mit Wasser verdünnt wird. Guinness ist bis jetzt das einzige Bier das normal schmeckt, am günstigsten ist und ich muss sagen mittlerweile gefällt mir der Geschmack ganz gut :D. 






1. Woche in Dublin: Wohnungssuche und andere Erfahrungen




Sonntagmorgens im Flughafen Hahn beginne ich meine Reise mit gemischten Gefühlen. Einerseits weiß ich, dass ich voll und ganz dazu in der Lage bin diese 8 Monate erfolgreich zu gestalten. Ich habe schließlich schon schwierigere Aufgaben gemeistert, wie mein Jahr in Indien, ich bin den Marathon in immerhin 4:30h gelaufen, ich hab mich an der Uni nach anfänglichen Schwierigkeiten stark verbessert. Man bekommt nicht einfach so ne 1,3 in der Modul 2 Prüfung in Geographie. Ich hab mir diese Erfolge erarbeitet und ich werde nach möglichen anfänglichen Schwierigkeiten auch in Irland am Ende mit Stolz auf Erfolge zurückblicken können. Andererseits war ich durchaus nervös. Ich hatte noch kein Zimmer, ich kenne mich in der Stadt nicht aus, ich habe oft Schwierigkeiten Muttersprachler zu verstehen und natürlich die eigentlich größte Sorgen: Ich habe keine Ahnung wie man Deutsch unterrichtet! Ich studiere weder Deutsch, noch bin ich ein ausgebildeter Lehrer, ich bin Student und nicht mehr. Bei meinem letzten Praktikum in Deutschland hat sich gezeigt, dass es unheimlich Zeitaufwändig ist guten Unterricht vorzubereiten! Ich muss erstmal Stoff selbstständig recherchieren und lernen den ich selber nicht weiß, zweitens muss ich Unterrichtsmaterial dem Niveau der Schüler anpassen, eine Unterrichtsreihe sinnvoll strukturieren und natürlich sollte jede Stunde ein klares Ziel verfolgen und verschiedene Kompetenzen fördern, um nur ein paar Aspekte zu nennen auf die man achten soll. Bei meinem letzten Praktikum war es schockierend schwer und der Druck enorm groß. Ich hoffe das die Erwartungen bei den Irischen Schulen entweder nicht ganz so hoch sind, oder dass ich die nötigen Kompetenzen eines guten Lehrers schnell lerne. Aber im Moment kann ich es noch nicht und das ist natürlich beunruhigend.
Der Flug war eine absolute Katastrophe :D!! Oh man oh man Ryan Air ist wirklich das billigste vom billigsten! Absoluter Schrott! Aber naja ich schätze bei den unschlagbaren Preisen muss man sich damit zufrieden geben. Ich saß natürlich in der Mitte zwischen zwei anderen groß gebauten Männern. Es gab praktisch keinen Platz zwischen uns, der Sitz ging nicht zurück und die Füße konnte man nicht ausstrecken. Aber irgendwie war ich direkt nach dem Abflug so erschöpft das ich die 1:30h durchgeschlafen habe. Nur die Nackenschmerzen danach waren nicht zu vermeiden :D. Also bei längeren Strecken muss man sich echt überlegen, ob man nicht noch zusätzliche 60€ für einen ordentlichen Flug ausgeben möchte :D.
Dafür war mein Hostel umso besser! Ich hatte anstelle von 5, nur 2 Mitbewohner, alles war sauber und die Toiletten wirklich schön. Das Personal war sehr international und es waren überwiegend Studenten die kostenlos dort geschlafen und gegessen haben und dafür keine Miete gezahlt haben. Also sehr nettes Personal! Dazu gab es jeden Abend irgendwie ein „Special“, wie zum Beispiel Pasta umsonst oder Eis mit Keksen oder Käse mit Wein. Sehr schön. Nur die Aussicht vom Zimmer ist noch verbesserungswürdig :D.


In Dublin angekommen ging es zunächst einmal auf Wohnungssuche. Das hat eigentlich die ganze Woche geprägt!! Dublin ist ganz schön teuer und gerade jetzt Ende September fängt das neue Semester an und zehntausende irische und ausländische Studenten suchen jetzt eine bezahlbare Unterkunft. Die günstigsten Unterkünfte gehen von 350€ im Monat bis 600€ oder mehr. Wenn man Glück hat bekommt man für 350€ kalt ein Bett in einem Zimmer, dass man sich mit 2-3 anderen teilen muss. Diese Zimmer sind oft total verdreckt und viel zu klein. Meine schlimmste Besichtigung war ein Bett für 400€ warm, in einem höchsten 15m² Zimmer mit zwei anderen. Die Matratze, das Zimmer und die komplette Wohnung war verdreckt. Insgesamt sollten in der wirklich sehr kleinen Wohnung 5 Leute leben. Ein Ehepaar und 3 Studenten. Dazu kommt, dass die Lage zwar zentral war, aber die Gegend alles andere als sicher aussah. Ich habe in Indien ein paar sehr kleine Wohnungen gesehen in denen Großfamilien wohnten, aber die haben die Wohnung wenigsten ordentlich gehalten und das Beste daraus gemacht. Zusätzlich hatte oft das Problem, dass ich männlich bin und ich sag mal 70% der Vermieter nur an Frauen vermieten wollten. Dann wollten einige nur Iren aufnehmen, da die halt auch komplett fließen Englisch können und die Irischen Bräuche kennen. Und zu guter Letzt hatte ich das Problem, dass ich „nur“ 8 Monate bleibe und die Vermieter wollten oft das die Mieter mindestens 1 Jahr bleiben um nicht alle 6 Monate das Zimmer neu zu vermieten. Ich hab tatsächlich schon angefangen mir Sorgen zu machen und war bereit mir ein günstiges Zimmer mit 2-3 anderen zu teilen oder bis zu 600€ für ein ordentliches Einzelzimmer auszugeben. Aber ich hatte Glück, denn die Bibliothekarin des Gonzaga College, Siobhan, hat mich mit ihrem guten Freund  Andrew vermittelt, der noch ein Zimmer zu vermieten hatte. Ich zahle jetzt 500€ warm für ein super schönes, gemütliches und sauberes Einzelzimmer. Ich habe ein eigenes Bad und kann sowohl das Wohnzimmer, als auch die super ausgebaute Küche mit Andrew teilen. Andrew ist ein professioneller und lustiger Typ und er ist Ire und damit Muttersprachler. Außerdem ist die Lage ist echt in Ordnung! 20-30min mit dem Fahrrad und Bus ins Zentrum und zu beiden Schulen. Ich habe so wie es aussieht bei der Wohnungssuche das ganz große Los gezogen!




 
Am Freitagabend war ich dann zum Ersten Mal in Dublin mit anderen „feiern“. Das war wirklich kein guter Abend. Über Freunde habe ich einen Deutschen in Dublin getroffen, der auch gerade wegen der Uni in Irland ist und für 3 Monate ein Praktikum macht. Wir haben zusammen Fußball geguckt was noch ganz witzig war, aber danach ging es im Zentrum auf die Hausparty von ein paar Auslandsstudenten. Da haben sich ganz schön viele Leute getroffen aus Brasilien, Südamerika und vielen anderen Ländern und haben LSD, Exctasy, Gras und was weiß ich was genommen und so viel Scheiße geredet. Irgendein dummes Zeug rumgeschrien, sich in verschiedenen Sprachen beleidigt und sich gegenseitig provoziert. Ich war ja noch nie ein Fan von sowas, aber spätestens seit ich ca. 20 Jahre alt bin, finde ich das nicht mehr cool und ganz bestimmt nicht witzig. Ich hab lieber Käse und Wein im Hostel und echten Spaß mit den anderen Besuchern und ihren zum Teil unglaublichen und witzigen Geschichten.

So ich hab zwar noch mehr erlebt diese Woche, aber das reicht jetzt erstmal und demnächst kommt der nächste Beitrag zur nächsten Woche.
See you J