Sonntag, 27. März 2016

1916 rising, IRA und Nordirland Konflikt

Die ersten Menschen in Irland sind wohl um ca. 8.000 n. Chr. Auf die Insel gewandert, die zu dieser Zeit noch ans europäische Festland angeschlossen war. In Jahre 1.800 haben sich Irland, England und Schottland zum Vereinigten Königreich Großbritannien und Irland zusammengeschlossen, wodurch Irland seine Unabhängigkeit verloren hat. Die Iren wurden erst im Jahr 1937 wieder unabhängig. Als eines das wichtigste Ereignis, auf dem Weg zur Irischen Unabhängigkeit wird die Osterrevolution von 1916 gefeiert. Dieses Jahr, im 100 jährigen Jubiläum, wird die 1916 Revolution besonders patriotisch gefeiert. Plakate zur 1916 Revolution sind auf allen Straßen, Bussen, Tassen, Büchern, Zeitungen, öffentlichen Gebäuden, Museen und Schulen zu sehen. Bilder und Zitate von den großen Revolutionären und Nationalhelden wie Patrick Pearse oder Michael Collins sind in Irland in diesen Tagen täglich zu bestaunen und zu bewundern. In diesen Tagen sind alle Iren besonders Stolz Iren zu sein ob sie wollen oder nicht. Aber was 1916 eigentlich passiert ist möchte ich jetzt recherchieren.
In Irland leben überwiegen Katholiken, nur die Grafschaft Ulster (heutiges Nordirland) ist protestantisch geprägt. Diese Protestanten waren in Irland lange Zeit an der Macht und haben sich 1.800 mit dem protestantischen Großbritannien zusammengeschlossen. Die Katholischen Iren wurden über Jahrhunderte von den Protestanten unterdrückt und als Menschen zweiter Klasse behandelt. Die Katholiken haben zum Beispiel erst 1825 das passive Wahlrecht bekommen und wurden während der großen Hungersnot von 1845 bis 1852 von den Briten und Protestanten gleichgültig ignoriert. Ca. 1.000.000 Menschen und über 10% der Bevölkerung sind in diesen Jahren verhungert. Die Proteste und der Druck der Irischen Katholiken auf Großbritannien stieg immer weiter an, sodass die Briten Ende des 19. Jahrhunderts die „Home Rule“ Gesetzte vorschlugen. Bei diesem Gesetz ging es darum, dass Irland zwar immer noch Teil Großbritanniens bleibt, sie sich aber komplett selbst Regieren. Dieser Kompromiss schien für die Katholiken eine gute Lösung zu sein, aber die Protestanten in Ulster hatten Angst um ihre Stellung in Irland und Gründeten eine Paramilitärische Organisation, die sogenannten „Ulster Volunteers“. Als Reaktion auf die „Ulster Volunteers“ haben die katholischen Radikalen eine eigenen Miliz gebildet, die „Irish Volunteers“.
1914 wurde die Diskussion um „Home Rule“ zunächst auf Eis gelegt, da Großbritannien im ersten Weltkrieg involviert war. Die Radikalen Iren der „Irish Volunteers“ sowie nationalistischer Gruppen wie die IRB wahren aber ohnehin mit diesem Kompromiss nicht zufrieden und sahen den Weltkrieg als eine Chance die komplette Unabhängigkeit in Form einer Revolution zu erringen. Nach langer Planung haben dann die Irish Volunteers und andere Gruppierungen unter Patrick Pearse und James Connolly am Ostermontag 1916 verschiedene Gebäude in Dublin wie das Postamt erobert und Irland für unabhängig erklärt. Zu dieser Zeit wurden die verschiedene aktiven Gruppierungen zur „Irish Republikan Army“ (IRA) fusioniert. Die Revolution von den Briten blutig niedergeschlagen und man hat einiger der Gefangenen wie Pearse, Connolly und Plunkett kurz darauf im Gefängnis von Kilmainham exekutiert. Das war ein Fehler, denn erst durch die Exekution haben sich sehr viele gemäßigte Iren auf die Seite der Rebellen geschlagen. Der erster Irischer Präsident „De Valera“ ist nur durch starken Europäischen Protest der Hinrichtung entgangen und Michael Collins, der zu dieser Zeit noch nicht so bedeutend war, wurde lediglich Inhaftiert. 1919 wurde De Valera dann vom Irischen Parlament zum Präsidenten Irlands gewählt, was von den Briten nicht anerkannt wurde. Daraufhin kam es von 1919 bis 2021 zum Irischen Unabhängigkeitskrieg der vom General Michal Collins geführt wurde. 1921 erreichte die IRA unter Michael Collins, dass sich Irland von Großbritannien abspalten durfte. Nur einige protestantische Grafschaften der Region „Ulster“, wollten weiterhin zu Großbritannien gehören und bildeten das heutige Nord Irland.
Die Akteure der 1916 Revolution werden wie gesagt in Irland auch heute noch als Helden gefeiert! Ich bin ehrlich gesagt nicht begeistert davon. Während man auf diplomatischen relativ nah dran war an der Irischen Unabhängigkeit haben ein paar Nationalisten beschlossen Dublin gewaltsam zu stürmen. Dabei sind ca. 500 Britische Soldaten und 1.000 Iren gestorben. Es fällt mir schwer, Menschen die für so viel Leid und Zerstörung verantwortlich sind als Helden zu glorifizieren. Friedliche Demonstrationen und diplomatische Methoden sind der richtige Weg.
50 Jahre nach der 1916 Osterrevolution, wurden die Ulster Volunteers (UVF), die protestantischen Milizen neu gegründet und in Nordirland wieder aktiv. Aufgrund der extrem patriotischen und anti protestantischen Feier des 50 jährigen Jubiläums der Osterrevolution, wurden die Ulster Volunteers provoziert, die die katholische Minderheit in Nordirland terrorisierten. Daraufhin kam es zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Katholiken und den Protestanten. Schließlich waren die Konflikte so stark, dass Britische Truppen in Nordirland eingriffen und hart gegen die Katholiken vorgingen. Als Reaktion wurde auch die IRA wieder aktiv und verübte bomben Anschläge gegen die Nordirische Regierung, aber auch an öffentliche Plätze in Nordirland bei denen viele Zivilisten starben. 1998 kam es schließlich zu einem Waffenstillstand und seit 2005 versucht die IRA nur noch auf demokratischen Weg Nordirland an die Republik Irland anzuschließen.

ADIFF, Aktivitäten in Beaufort und St. Patricks day

Direkt nach dem letzten Mid-Term Break, lief in Dublin das „(Audi) Dublin International Film Festival (ADIFF)“. Es war mein erstes Filmfestival und deshalb wollte ich natürlich besonders viele Filme sehen auch wenn die Tickets relativ teuer waren. Im Schnitt war ich in dieser Woche jeden Tag im Kino und habe mal abgesehen von einem Film nur geniale Filme gesehen die mich auch Tage danach noch beschäftigt haben. Ein Film war einfach nur laaaaaangweilig und ein Film zwar genial, aber so frech und so provokativ, dass ich nicht weiß was ich davon halten soll. Aber mal abgesehen von einem Tickets haben sich alle Tickets total gelohnt! Besonders cool fand ich auch, dass bei manchen Filmen Schauspieler und Regisseure zu Gast waren. So hatten wir zum Beispiel bei einem Rumänischen Film, den Regisseur des Filmes zu Gast der nach dem Film noch für Fragen zur ansprechbar war und ein kleines Interview mit den Zuschauern geführt. Wir haben uns über den Film und Korruption in Rumänien unterhalten.




In den Schulen war in den ersten zwei Wochen nicht viel los. Die Arbeit geht mir ein wenig auf den Keks muss ich sagen. Nur eine von den 3 Lehrerinnen hat auch Interesse an mir und unterhält sich mit mir. Klar wenn ich aktiv den Kontakt suche, unterhalten sich auch die anderen mit mir, bloß habe ich auch keine Lust ständig selber die Initiative zu ergreifen. Ich habe schon gedacht, dass man stärker zusammenarbeiten wird. Stattdessen arbeite ich überwiegend alleine… Also insgesamt nicht so schön, aber was soll’s, es sind ja nur noch 2 Monate. Die letzten 2 Wochen vor den Ferien, war in Beaufort echt was los und ein Traaaum Wetter!! Am Dienstag haben unsere „4th years“ ein Musical aufgeführt. Es war brillant! Aber ich muss zugeben nicht ganz so Mega überragend wie bei den Jungs. Unser Musical war in der Mensa, da die Schule im Gegensatz zu Gonzaga kein eigenes Theater hat. Daher waren die Sitze auch nicht so bequem und die Sicht nicht so gut. Und ich muss sagen, dass das Musical an sich ein bisschen langweilig war. Mit dem Musical der Jungs konnte ich mehr anfangen. Aber es war wie gesagt trotzdem super!


 


Am Montag vor den Ferien, war dann irgendwie totales Chaos, sodass ich mich mit nur 4 Schülerinnen der 4th years „Unterricht“ gemacht habe. Da das Wetter so gut war, haben sie mich dann überredet zum Hockey Platz zu gehen, ein wenig Hockey zu spielen und über ihren Schüleraustausch und das Musical zu plaudern. Es war ganz witzig, aber ich glaube nicht ganz legal :D. Kurz darauf gab es dann in der Mittagspause das große Lehrer gegen Schülerinnen Fußballspiel :D. Während es in der ersten Halbzeit noch relativ zivilisiert zuging und sich an die Regeln gehalten wurde, war in der zweiten Halbzeit das totale Chaos angesagt :D. Am Ende ging die Partie 0:0 aus und wir, die Lehrer, haben 3:2 im Elfmeterschießen gewonnen!!






Am Dienstag war dann in der Schule die große Gedenkfeier für die Irische 1916 Revolution. Schon das ganze Jahr über, aber besonders in den letzten Wochen ist 1916 das Top Thema in Irland. Im Fernsehen, in Museen, auf der Straße und natürlich auch in den Schulen dreht sich vieles um 1916. Daher gab es am Dienstag eine große Gedenkfeier bei der sich die ganze Schule wie Bürger aus der Zeit verkleidet haben und es in der Mensa eine kleine Veranstaltung gab. Jemand hat die berühmte Rede des Revolutionären Patrick Pearse nachgesprochen und einiger meiner 5th years haben ein kurzes Video über Patrick Pearse und seine Schule gedreht.





Das letzte Highlight vor den Osterferien bzw. mit Beginn der Osterferien war natürlich der Weltberühmte St. Patricks day!! Es war ein seeeehhhr langer Tag :D. Ich bin ein wenig früher aufgestanden, da man für eine guten Platz bereits um 10 in der Stadt sein sollte. Die Parade kam bei uns um ca. 11 Uhr an und ging gerade einmal eine Stunde. Die Parade war ganz schön, aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich den Mainzer Fastnacht besser finde. St. Patricks day ist wesentlich „zivilisierter“ und ruhiger als Fastnacht. In Mainz sind die Leute schon vor der Parade besoffen, es wird überall Musik gespielt, die Leute tanzen, rufen Helau und sind ausgelassen. In Irland ist Alkohol auch an St. Patricksday auf der Straße verboten, es wird keine Musik gespielt und mir hat auch das Helau gefehlt. Die eigentliche Feier ging nach der Parade los. Die Leute, so auch wir, sind von Pub zu Pub gezogen und haben uns mehrere Guinness geholt. Ich war von 10 Uhr morgens bis 11 Uhr abends in der Stadt unterwegs… Mannnn war ich K.O.!! :D Aber es war schon witzig :D.