Sonntag, 6. März 2016

Teil 2 der Reise: County Donegal



Nach dem Ausflug in Nordirland, sind wir wieder zurück in die Eurozone nach Irland gefahren zur nördlichen Region „Donegal“. Donegal ist super schön und hat mich total umgehauen!!! Dort sind wir am ersten Tag an die Nordküste gefahren und haben uns einen total unbekannten und verlassenen Strand angeguckt. Eigentlich wollten wir zu einer kulturellen Attraktion fahren, bei der es um die Irische Hungersnot gehen sollte, aber diese hatte im Winter geschlossen, sodass wir einfach nur ein wenig am verlassenen Strand gelaufen sind. Das war natürlich extrem cool! Es gab Sand, kleine Hügel und Gesteine am Strand und im Hintergrund eine größere Hügellandschaft die man bestaunen konnte. Das Wetter war sehr kalt, windig und regnerisch! Aber das hat ganz ehrlich nur positiv zur Atmosphäre beigetragen. Diese stürmisch, kalte Wetter hat einfach zu dieser rauen, wilden und kalten Landschaft gepasst. Geologisch habe ich leider keine Ahnung was das für Steine dort waren und wie sie entstanden sind. Ich tippe auf metamorphe Steine und Vulkanite die nach und nach durch das Meer erodiert und bearbeitet wurden, aber ich weiß es nicht. Ich frage mal im Internet in Geologie Foren um Rat, vielleicht können die mich ja aufklären.







Das Highlight des Tages war dabei aber noch nicht einmal der schöne Strand, sondern die Horde Schafe, die wir besucht haben. Wir haben mal Hallo gesagt, und obwohl die meisten Schafe der Herde Angst hatten, haben sich die Chefin und der Chef schließlich getraut zu uns zu kommen und dann konnten wir sie streicheln. Das beste war sogar noch, als wir wieder gehen wollten, wurden wir von den Schafen verfolgt :D. Sie wollten nicht das wir wieder gehen!!!




Nach dem Strand, sind wir dann zum „Malin Head“ hochgefahren, einem großen Hügel und der der nördlichste Punkt Irlands. Verdammt war das kalt und windig!! Das war wegen der Höhe sogar noch kälter und windiger als am Strand. Aber eine sehr beeindruckende Landschaft. Wir haben einen kleinen Wanderweg gemacht und waren beeindruckt von der rauen Landschaft beim „Malin Head“. Der Malin Head besteht vor allem aus Schiefer, der ca.  400 Millionen Jahre alt ist und durch Plattenkonvergenz entstand. 





Am zweiten Tag in Donegal ging es dann zum touristischeren „Glenveagh Nationalpark“. Das Land um den Nationalpark wurde um 1860 von einem reichen Mann gekauft, der dann viele Einwohner Zwangsumsiedelte und 1867 das „Glenveagh Schloss“ gebaut hat. Das Land mit dem Schloss hat dann im Laufe der nächsten 100 Jahre mehrfach den Besitzer gewechselt und wurde schließlich 1975 an den Staat verkauft die 1986 den Park und das Schloss für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht haben und den Nationalpark gründeten. Im Sommer ist hier glaube ich relativ viel los, aber Mitte Februar bei Regen und kaltem Wind hat sich kaum jemand in diesen wunderschönen Nationalpark verlaufen. Es gibt ca. 5 verschiedene Wanderrouten und wir haben uns für die zum Wasserfall entlang des Sees entschieden. Es ist eine wahnsinnig tolle Szenerie mit dem See und den Hügeln im Hintergrund. Auch hier war die Landschaft wieder sehr kalt und rau und das düstere Wetter hat durchaus wieder gut gepasst auch wenn es zum Teil ein bisschen zu viel war :D. Es war insgesamt eine sehr schöne Wanderung. Das Schloss sieht auch sehr cool aus muss ich sagen, auch wenn es natürlich sehr neu war. Aber die Bauart passt finde ich sehr gut in die Landschaft. Geologisch habe ich keine Infos zum Park gefunden, aber ich gehe von 450 Millionen Jahre alten Schiefer aus.






Am letzten Tag ging es dann zu einem Strand und zum Slieve League an der Südküste Donegals. Der Strand war eine Bucht am Rand eines kleinen Dorfes in dem wir übernachtet haben und zumindest Mitte Februar total verlassen. Tolle Szenerie! Könnte auch die Strandbucht von irgendeinem Film sein. Danach ging es zum Slieve League, einem der Highlights in Donegal. Der Slieve League sind die höchsten Steilklippen in Irland und einer der höchsten in Europa und liegen am Atlantischen Ozean. Die Hügel sind schon vor 450Millionen Jahren entstanden und sind Metamorphite, aber der Steile Hang ist erst durch die Eiszeiten vor ca. 100,000 Jahren entstanden, als Gletscher schmolzen und Hangrutschungen die Hügel glätteten.
Bei Slieve League haben wir zwei kurze Wanderungen auf zwei verschiedenen Seiten gemacht. Es war sehr schön, aber seeeehr windig und regnerisch und leider bei der ersten Wanderung etwas neblig. Das war wahrscheinlich der schwierigste Tag, aber die Aussichten waren natürlich super! Wieder war außer uns nahezu kein anderer Mensch zu sehen. Niemand geht Mitte Februar bei Regen und Wind auf dem Berg wandern :D. Bei der zweiten Wanderung haben wir etwas ganz interessantes beobachtet. Es sah so aus, als seien der Wind und die Wellen so stark, dass das Meer Wasser den ganzen riesigen 600m hohen Steilhang hochschleuderte! Es hat sich dann aber herausgestellt, dass ein kleiner Fluss vom Hang herunter floss und der Wind nur Teile dieses Flusses zurückwehte. Aber es war echt ein sehr interessanter Anblick! Als wir dann am Ziel waren, waren wir bestimmt 1h Fußweg vom Auto entfernt bevor es angefangen hat sehr stark in Strömen zu regnen! Aber wir hatten Glück, aus dem Nichts ist ein kleiner Fisch Lieferwagen aufgetaucht und hat uns zurück zum Parkplatz mitgenommen. Das war schon ein erlebnisreicher Tag.   








Sooo, dass war der zweite Mid-Term Break. Am Ende ein bisschen Anstrengend aber super schön und es hat sich absolut gelohnt!!! Nächste Woche gibt es in Dublin das „Dublin International Film Festival“. Das wird bestimmt auch toll :).


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