Die ersten Menschen in Irland sind wohl um ca. 8.000 n. Chr.
Auf die Insel gewandert, die zu dieser Zeit noch ans europäische Festland
angeschlossen war. In Jahre 1.800 haben sich Irland, England und Schottland zum
Vereinigten Königreich Großbritannien und Irland zusammengeschlossen, wodurch
Irland seine Unabhängigkeit verloren hat. Die Iren wurden erst im Jahr 1937
wieder unabhängig. Als eines das wichtigste Ereignis, auf dem Weg zur Irischen
Unabhängigkeit wird die Osterrevolution von 1916 gefeiert. Dieses Jahr, im 100
jährigen Jubiläum, wird die 1916 Revolution besonders patriotisch gefeiert.
Plakate zur 1916 Revolution sind auf allen Straßen, Bussen, Tassen, Büchern,
Zeitungen, öffentlichen Gebäuden, Museen und Schulen zu sehen. Bilder und
Zitate von den großen Revolutionären und Nationalhelden wie Patrick Pearse oder
Michael Collins sind in Irland in diesen Tagen täglich zu bestaunen und zu
bewundern. In diesen Tagen sind alle Iren besonders Stolz Iren zu sein ob sie
wollen oder nicht. Aber was 1916 eigentlich passiert ist möchte ich jetzt
recherchieren.
In Irland leben überwiegen Katholiken, nur die Grafschaft
Ulster (heutiges Nordirland) ist protestantisch geprägt. Diese Protestanten
waren in Irland lange Zeit an der Macht und haben sich 1.800 mit dem
protestantischen Großbritannien zusammengeschlossen. Die Katholischen Iren
wurden über Jahrhunderte von den Protestanten unterdrückt und als Menschen
zweiter Klasse behandelt. Die Katholiken haben zum Beispiel erst 1825 das
passive Wahlrecht bekommen und wurden während der großen Hungersnot von 1845
bis 1852 von den Briten und Protestanten gleichgültig ignoriert. Ca. 1.000.000
Menschen und über 10% der Bevölkerung sind in diesen Jahren verhungert. Die
Proteste und der Druck der Irischen Katholiken auf Großbritannien stieg immer
weiter an, sodass die Briten Ende des 19. Jahrhunderts die „Home Rule“ Gesetzte
vorschlugen. Bei diesem Gesetz ging es darum, dass Irland zwar immer noch Teil
Großbritanniens bleibt, sie sich aber komplett selbst Regieren. Dieser
Kompromiss schien für die Katholiken eine gute Lösung zu sein, aber die
Protestanten in Ulster hatten Angst um ihre Stellung in Irland und Gründeten eine
Paramilitärische Organisation, die sogenannten „Ulster Volunteers“. Als
Reaktion auf die „Ulster Volunteers“ haben die katholischen Radikalen eine
eigenen Miliz gebildet, die „Irish Volunteers“.
1914 wurde die Diskussion um „Home Rule“ zunächst auf Eis
gelegt, da Großbritannien im ersten Weltkrieg involviert war. Die Radikalen
Iren der „Irish Volunteers“ sowie nationalistischer Gruppen wie die IRB wahren
aber ohnehin mit diesem Kompromiss nicht zufrieden und sahen den Weltkrieg als
eine Chance die komplette Unabhängigkeit in Form einer Revolution zu erringen. Nach
langer Planung haben dann die Irish Volunteers und andere Gruppierungen unter
Patrick Pearse und James Connolly am Ostermontag 1916 verschiedene Gebäude in
Dublin wie das Postamt erobert und Irland für unabhängig erklärt. Zu dieser
Zeit wurden die verschiedene aktiven Gruppierungen zur „Irish Republikan Army“
(IRA) fusioniert. Die Revolution von den Briten blutig niedergeschlagen und man
hat einiger der Gefangenen wie Pearse, Connolly und Plunkett kurz darauf im
Gefängnis von Kilmainham exekutiert. Das war ein Fehler, denn erst durch die
Exekution haben sich sehr viele gemäßigte Iren auf die Seite der Rebellen
geschlagen. Der erster Irischer Präsident „De Valera“ ist nur durch starken
Europäischen Protest der Hinrichtung entgangen und Michael Collins, der zu dieser
Zeit noch nicht so bedeutend war, wurde lediglich Inhaftiert. 1919 wurde De
Valera dann vom Irischen Parlament zum Präsidenten Irlands gewählt, was von den
Briten nicht anerkannt wurde. Daraufhin kam es von 1919 bis 2021 zum Irischen
Unabhängigkeitskrieg der vom General Michal Collins geführt wurde. 1921
erreichte die IRA unter Michael Collins, dass sich Irland von Großbritannien
abspalten durfte. Nur einige protestantische Grafschaften der Region „Ulster“,
wollten weiterhin zu Großbritannien gehören und bildeten das heutige Nord
Irland.
Die Akteure der 1916 Revolution werden wie gesagt in Irland
auch heute noch als Helden gefeiert! Ich bin ehrlich gesagt nicht begeistert
davon. Während man auf diplomatischen relativ nah dran war an der Irischen
Unabhängigkeit haben ein paar Nationalisten beschlossen Dublin gewaltsam zu
stürmen. Dabei sind ca. 500 Britische Soldaten und 1.000 Iren gestorben. Es
fällt mir schwer, Menschen die für so viel Leid und Zerstörung verantwortlich
sind als Helden zu glorifizieren. Friedliche Demonstrationen und diplomatische
Methoden sind der richtige Weg.
50 Jahre nach der 1916 Osterrevolution, wurden die Ulster
Volunteers (UVF), die protestantischen Milizen neu gegründet und in Nordirland
wieder aktiv. Aufgrund der extrem patriotischen und anti protestantischen Feier
des 50 jährigen Jubiläums der Osterrevolution, wurden die Ulster Volunteers
provoziert, die die katholische Minderheit in Nordirland terrorisierten.
Daraufhin kam es zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Katholiken und
den Protestanten. Schließlich waren die Konflikte so stark, dass Britische
Truppen in Nordirland eingriffen und hart gegen die Katholiken vorgingen. Als
Reaktion wurde auch die IRA wieder aktiv und verübte bomben Anschläge gegen die
Nordirische Regierung, aber auch an öffentliche Plätze in Nordirland bei denen
viele Zivilisten starben. 1998 kam es schließlich zu einem Waffenstillstand und
seit 2005 versucht die IRA nur noch auf demokratischen Weg Nordirland an die
Republik Irland anzuschließen.
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